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Erbschaftsteuer bei Immobilien in München

Bei Immobilien entscheidet selten ein einzelner Satz im Gesetz, sondern die Kombination aus Wertansatz, Freibeträgen, Nutzung und Fristen.

Diese Seite gibt Ihnen eine saubere Orientierung: Welche Faktoren die Steuer bestimmen, welche Begünstigungen bei Immobilien typisch sind und welche Schritte Sie früh sortieren sollten, damit Sie keine Zeit durch Nachfragen und Nachreichungen verlieren.

Wichtiger Hinweis: Kopp Real Estate erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung. Die Inhalte sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Beratung im Einzelfall. Bitte stimmen Sie Ihren Fall mit Steuerberater oder Finanzamt ab.

Kurz & Klar
Wovon hängt die Erbschaftsteuer bei einer Immobilie am stärksten ab?
1) Verwandtschaftsgrad: Steuerklasse und Freibeträge.
2) Steuerlicher Wert: Grundbesitzwert nach Bewertungsgesetz, nicht automatisch der Marktpreis.
3) Nutzung: Familienheim-Regeln und ggf. 90%-Ansatz bei vermieteten Wohnimmobilien.
4) Fristen und Nachweise: Anzeige, Unterlagen, ggf. Nachweis eines niedrigeren Werts.

Wenn Sie möchten, strukturieren wir Ihren Fall in 30 Minuten: Nutzung, Unterlagen, Entscheidungslogik und nächste Schritte.

Kurzer Steuer- und Prozess-Check zur Immobilie

Wir ordnen den Fall als Immobilienprofis: Objekt, Nutzung, Unterlagen, Bewertung, Vermarktungsoptionen. Steuerliche Fragen klären Sie bitte mit Ihrem Steuerberater, wir liefern die saubere Objekt- und Prozessgrundlage.

Grundlagen: Was wird besteuert?

Die Erbschaftsteuer knüpft an den Erwerb von Todes wegen an. Bei Immobilien zählen vor allem drei Punkte: Verwandtschaftsgrad (Steuerklasse), der steuerliche Wert der Immobilie (Grundbesitzwert) und mögliche Begünstigungen (z. B. Familienheim oder vermietete Wohnimmobilie).

Begriffsklarheit: Umgangssprachlich wird oft „Erbschaftssteuer“ geschrieben. Korrekt ist „Erbschaftsteuer“. Für die Suche spielt beides eine Rolle, inhaltlich ist das Gleiche gemeint.

Wichtig ist auch die Abgrenzung: Ein späterer Verkauf kann einkommensteuerlich relevant werden (privates Veräußerungsgeschäft). Das ist ein anderes Thema als die Erbschaftsteuer.

Freibeträge & Steuerklassen

Freibeträge reduzieren den steuerpflichtigen Erwerb. Je näher das Verwandtschaftsverhältnis, desto höher ist typischerweise der Freibetrag. Bei mehreren Erwerbsvorgängen innerhalb von zehn Jahren können frühere Erwerbe eine Rolle spielen.

Personenkreis Typischer Freibetrag Praxis-Hinweis
Ehegatte / eingetragener Lebenspartner 500.000 EUR Zusätzlich können weitere Begünstigungen (z. B. Familienheim) möglich sein.
Kinder 400.000 EUR Bei Immobilien oft kombiniert mit Familienheim-Regeln.
Enkel 200.000 EUR Wenn das Kind des Erblassers (Elternteil des Enkels) vorverstorben ist, können abweichende Freibeträge gelten.
Alle übrigen Erwerber 20.000 EUR Bei Dritten entsteht schneller Steuerpflicht.

Hinweis zur 10-Jahres-Logik: Frühere Schenkungen oder Erwerbe innerhalb von zehn Jahren können bei der Berechnung berücksichtigt werden. Das ist ein typischer Punkt, der ohne Steuerberater leicht übersehen wird.

Steuersätze: Staffelung statt Pauschal-Prozent

Die Steuersätze sind nach Wertstufen und Steuerklassen gestaffelt. Entscheidend ist der steuerpflichtige Erwerb nach Abzug von Freibeträgen und abzugsfähigen Positionen.

Wertstufe (steuerpflichtiger Erwerb) Steuerklasse I Steuerklasse II Steuerklasse III
bis 75.000 EUR 7% 15% 30%
bis 300.000 EUR 11% 20% 30%
bis 600.000 EUR 15% 25% 30%
bis 6.000.000 EUR 19% 30% 30%
bis 13.000.000 EUR 23% 35% 50%
bis 26.000.000 EUR 27% 40% 50%
über 26.000.000 EUR 30% 43% 50%

Praxis-Tipp: Rechnen Sie nicht mit einem „einzigen Satz“. In der Praxis ist eine strukturierte Überschlagsrechnung sinnvoll, danach die steuerliche Prüfung im Einzelfall.

Immobilien-Begünstigungen: Familienheim & Vermietung

1) Familienheim (Ehepartner / Kinder)

Das Familienheim kann unter Voraussetzungen steuerfrei sein. Typische Kriterien sind Selbstnutzung durch den Erblasser bis zum Erbfall (oder zwingende Hinderungsgründe), unverzügliche Selbstnutzung durch den Erwerber und eine grundsätzlich zehnjährige Bindung an die Selbstnutzung.

Begünstigter Kerndaten Typische Stolpersteine
Ehegatte / Lebenspartner Selbstnutzung, unverzüglicher Einzug, 10-Jahres-Selbstnutzung (Ausnahmen möglich) Aufgabe der Selbstnutzung innerhalb von 10 Jahren kann zur Nachversteuerung führen.
Kinder Zusätzlich regelmäßig Begrenzung auf 200 qm Wohnfläche Wohnfläche, Fristlogik, Nutzungswechsel, fehlende Dokumentation.

Wichtig: Details (z. B. „unverzüglich“, Ausnahmen, Wohnflächenberechnung, Nachversteuerung) sind einzelfallabhängig. Bitte lassen Sie das steuerlich prüfen, bevor Sie disponieren oder verkaufen.

2) Vermietete Wohnimmobilie: 90%-Ansatz

Zu Wohnzwecken vermietete Immobilien können unter Voraussetzungen mit 90% ihres steuerlichen Werts angesetzt werden. Das kann die Steuerlast reduzieren, ist aber an Tatbestandsmerkmale gebunden.

Praxis-Tipp: Die Begünstigung hängt an der Nutzung „zu Wohnzwecken“ und an der Einordnung der Immobilie. Klären Sie das früh, bevor Sie Unterlagen einreichen.

Bewertung: warum der Steuerwert vom Marktpreis abweichen kann

Für die Erbschaftsteuer zählt regelmäßig der steuerliche Grundbesitzwert nach Bewertungsgesetz. Dieser kann vom Marktpreis abweichen. In München ist das relevant, weil Lage, Zustand und Mikromarkt den Marktpreis stark beeinflussen können, während steuerliche Verfahren stärker schematisieren.

Was Sie aus Immobilien-Sicht früh sichern sollten
  • Objektunterlagen (Pläne, Flächen, Baujahr, Modernisierungen, WEG-Unterlagen bei Wohnungen)
  • Nutzung (selbst genutzt, vermietet, leerstehend) und Nachweise dazu
  • Rechte Dritter (Wohnrecht, Nießbrauch, Dienstbarkeiten) und Belastungen
  • Dokumentation zu Zustand und Maßnahmen (Fotos, Rechnungen, Protokolle)

Hinweis: Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein niedrigerer gemeiner Wert nachgewiesen werden (z. B. über Gutachten). Ob das in Ihrem Fall sinnvoll ist, ist steuerlich zu prüfen.

Fristen, Anzeige, Unterlagen

Bei Erbfällen entstehen häufig Verzögerungen, weil Pflichten und Unterlagen erst spät geordnet werden. In der Praxis ist ein „Fristen- und Unterlagen-Set“ der Hebel, um sauber durchzukommen.

1Anzeige des Erwerbs (Grundsatz)
Erwerbe sind grundsätzlich binnen drei Monaten nach Kenntnis schriftlich anzuzeigen. Zuständigkeiten und Ausnahmen hängen vom Einzelfall ab.
2Erbschaftsteuererklärung
Eine Steuererklärung ist typischerweise abzugeben, wenn das Finanzamt dazu auffordert. Bereiten Sie die Unterlagen so vor, dass Nachfragen minimiert werden.
3Abziehbare Kosten und Pauschalen
In Erbfällen können Nachlassverbindlichkeiten und Kosten relevant sein. Zusätzlich gibt es eine Erbfallkostenpauschale (seit 2025: 15.000 EUR für Erwerbe nach dem 31.12.2024), sofern Kosten dieser Art angefallen sind.
4Liquidität und Stundung
Wenn die Steuer nur durch Verkauf finanzierbar wäre, kann eine Stundung in Betracht kommen, insbesondere bei zu Wohnzwecken genutztem Grundbesitz. Voraussetzungen und Folgen sind einzelfallabhängig.

Wenn Sie Tempo brauchen

Wir strukturieren die Immobilie und die Unterlagenlage so, dass Ihr Steuerberater schnell arbeiten kann und Sie beim Verkauf keine Überraschungen erleben (Nutzung, Rechte Dritter, WEG, Zustand, Vermarktungsoptionen).

Verkauf nach dem Erbfall: wann Einkommensteuer ein Thema sein kann

Ein Verkauf nach dem Erbfall kann einkommensteuerliche Fragen auslösen (privates Veräußerungsgeschäft). Das ist getrennt von der Erbschaftsteuer zu beurteilen.

Grundlogik: Bei unentgeltlichem Erwerb kann für die Fristenbetrachtung der Anschaffungszeitpunkt des Rechtsvorgängers relevant sein. Ob ein Verkauf steuerlich unkritisch ist, hängt von Historie und Nutzung ab und sollte steuerlich geprüft werden.

Wenn Sie verkaufen möchten, ist die Reihenfolge wichtig: erst Unterlagenlage, Nutzung, Rechte Dritter und Vermarktungsstrategie sauber aufsetzen, dann Timing und Preislogik entscheiden. Das reduziert das Risiko, dass steuerliche oder rechtliche Punkte später den Deal sprengen.

Checkliste: sauberer Ablauf in der Praxis

Unterlagen, die bei Immobilien fast immer gebraucht werden
  • Erbnachweis (Testament/Eröffnungsprotokoll oder Erbschein)
  • Grundbuchauszug, Belastungen, Rechte Dritter
  • Unterlagen zur Nutzung (selbst genutzt / vermietet) und ggf. Mietvertrag
  • WEG-Unterlagen bei Wohnungen (Teilungserklärung, Protokolle, Hausgeld, Rücklage)
  • Objektdaten: Pläne, Flächen, Baujahr, Modernisierungen, Energieunterlagen
  • Nachlassbezogene Kosten/Verbindlichkeiten (zur steuerlichen Einordnung)
Entscheidungen, die Zeit sparen
  • Wer ist Ansprechpartner und wer liefert Unterlagen zentral?
  • Welche Nutzung liegt vor und welche Begünstigungen könnten relevant sein?
  • Soll die Immobilie gehalten, übernommen oder verkauft werden?
  • Welche Fristen und Nachweise sind zu beachten?

Profil-Konsolidierung: Kopp Real Estate liefert die saubere Objekt- und Prozessgrundlage (Unterlagen, Zustand, Rechte, Vermarktung). Steuerliche Würdigung und Erklärung übernehmen Steuerberater bzw. Finanzamt.

Häufige Fragen

Martin Kopp | Kopp Real Estate München

Ihr Ansprechpartner: Martin Kopp

Kopp Real Estate | Einordnung bei Erbimmobilien in München

Wir helfen bei Unterlagen, Marktwert-Logik und Prozess. Die steuerliche Beurteilung und die Erstellung von Steuererklärungen sind einzelfallabhängig und gehören zu Ihrer Steuerberatung.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung. Trotz sorgfältiger Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Kopp Real Estate erbringt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Stand: Januar 2026.